Armut grenzt aus
Armut grenzt aus, wenn Kinder nicht an Schulausflügen teilnehmen, weil ihre Eltern kein Geld dafür haben. Wenn der Erfolg in der Schule ausbleibt, weil der Platz zum Hausaufgaben machen fehlt oder die Nachhilfe unerschwinglich ist. Wenn die soziale Herkunft mehr Einfluss auf die Zukunft hat, als das individuelle Können.
Armut ist mehr als eine fehlende materielle Absicherung
Oft ist sie verbunden mit gesundheitlichen Problemen und psychischen Belastungen. In immer mehr Fällen vererbt sich Armut, weil die soziale Herkunft direkte Auswirkungen auf die Bildungschancen der Kinder hat.
Armut spaltet die Gesellschaft
Ausdrücke wie „die da oben“, „Unterschicht“ oder „Prekariat“ zeugen davon. Ein weiteres Zeichen: Bei der Bundestagswahl 2009 lag die Wahlbeteiligung in „armen“ Stadtteilen deutlich niedriger als in „wohlhabenden“. Menschen der Mittelschicht haben Angst „abzusteigen“. Die Solidarität innerhalb der Gesellschaft schwindet.
Arme Menschen brauchen Perspektiven
Die Caritas setzt sich für eine solidarische und gerechte Gesellschaft ein, in der arme und benachteiligte Menschen Perspektiven für ein gelingendes Leben entwickeln können. Das Ziel der Caritas-Arbeit: Schwache und benachteiligte Menschen besonders zu stärken, damit sie ihre Ziele selbständig erreichen können.
Teilhabe als Grundbedürfnis
Teilhabe heißt gleiche Zugangsmöglichkeiten zu allen gesellschaftlichen Bereichen. Teilhabe bedeutet dazuzugehören, einen Platz in der Gesellschaft zu haben und gebraucht zu werden. Sie heißt auch, Handlungsspielräume zu haben und die eigene Lebenssituation verändern zu können. Menschen, die in verfestigter Armut leben und ausgegrenzt sind, haben diese Teilhabechancen nicht oder kaum. Sie fühlen sich abgehängt von den Prozessen und der Zukunft einer Gesellschaft.
Armut gemeinsam bekämpfen
Wer Armut und ihre Begleiterscheinungen nachhaltig bekämpfen will, muss hier ansetzen:
- Existenzminimum absichern,
damit arme Menschen aus eigenen Mitteln ihr Leben gestalten können. - Armut vorbeugen,
indem benachteiligte Menschen und deren Kinder gefördert und unterstützt werden. - Teilhabe ermöglichen und Ausgrenzung beenden,
damit arme Menschen ihre Wünsche und Anliegen vortragen und realisieren können und aus ihrer Außenseiterrolle kommen.
Damit dies gelingt, kann und muss jeder und jede einen Beitrag leisten.
Weitere Informationen
- Wenn Familien arm sind – Bekämpfung der Kinderarmut
- Kein Geld – keine Perspektive – Armut in Deutschland
- Forderung der Caritas: Die wirklich Armen in den Blick nehmen
- Teilhabeinitiative der Caritas










