Armut vorbeugen

Geringe Bildung wird zum Armutsrisiko. Klicken Sie auf die Grafik, um diese zu vergrößern.

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Gute Bildung senkt das Armutsrisiko eines Menschen. Deshalb ist es alarmierend, dass der Anteil der Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss zunimmt. 2007 haben 7,9 Prozent der Schüler die Schule ohne einen Abschluss verlassen. Besonders schlecht sind die Chancen für Kinder aus benachteiligten Familien: In Deutschland ist die Kopplung zwischen sozialem Status der Herkunftsfamilie und erworbenem Bildungsgrad stärker ausgeprägt als in anderen EU-Staaten.

Eltern sind die entscheidenden Bildungslotsen ihrer Kinder. Von ihnen lernen sie mit den Anforderungen des Alltags zurechtzukommen, Beziehungen zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen. Der steigende Unterstützungsbedarf zeigt, dass sich viele Eltern in dieser Aufgabe unsicher sind.

Arm trotz Arbeit

Immer mehr Erwerbstätige arbeiten im Niedriglohnsektor. Der Anteil der Vollzeitbeschäftigungsverhältnisse geht zurück, der der Minijobs wächst. Neben diesem strukturellen Wandel in der Art der Beschäftigungsverhältnisse sind der Zugang zu Arbeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf problematisch.

Forderungen der Caritas

Arme Familien können sich oft keine Nachhilfe für ihre Kinder leisten

Arme Familien können sich oft keine Nachhilfe für ihre Kinder leisten

Es ist Aufgabe der Politik, Armut so umfassend wie möglich vorzubeugen. Die Caritas fordert deswegen als erste konkrete Schritte zur Vorbeugung von Armut:

  • Befähigende Sachleistungen wie die kostenlose Mitgliedschaft im Sportverein oder den kostenlosen Nachhilfeunterricht für arme oder von Armut bedrohte und andere benachteiligte Kinder auf Landes- oder kommunaler Ebene.
  • Ausbau der Kindertagesbetreuung und der (optionalen) Ganztagsbetreuung an Schulen, die auch für Niedrigeinkommensbezieher bezahlbar ist.
  • Ausbau der Investitionen in Bildung, mindestens im Umfang des Wachstums des Bruttoinlandsproduktes.
  • Verbindliche Aufnahme von Berufsorientierung und -vorbereitung in die Lehrpläne aller Schultypen.
  • Schulpolitische Reformen wie kleinere Klassen und den Ausbau der Schulsozialarbeit.
  • Einrichtung von koordinierenden Beratungsstellen in der Jugendhilfe zur Planung und Abstimmung aller Angebote der beruflichen Integrationsförderung für Jugendliche und niedrigschwellige Förderung für Jugendliche mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen.
  • Auflösen der problematischen Schnittstellen zwischen den Sozialgesetzbüchern II, III und VIII.
  • Keine Beschränkung des Rechts auf Nachholen des Hauptschulabschlusses auf berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen.
  • Schulungen für Jugendliche im Umgang mit Finanzen (Handy, Internet, …), um frühzeitig Tendenzen der Überschuldung entgegenzuwirken.
  • Verfügbarkeit bedarfsentsprechender familienunterstützender Infrastruktur vor allem in Not- und Krisensituationen und Ausbau präventiv ausgerichteter Familienhilfe wie zum Beispiel früher Hilfen oder des Haushaltsorganisationstrainings.
  • Armutsfeste soziale Sicherungssysteme. Insbesondere muss der Kinderzuschlag zu einer einkommensabhängigen Kindergrundsicherung ausgebaut werden und der Altersarmut vorgebeugt werden.
  • Überprüfung der gesetzlichen Regelungen zur atypischen Beschäftigung, insbesondere mit Blick darauf, wie die Umwandlung sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung in geringfügige Beschäftigung gestoppt werden kann.
  • Bessere Kontrollen der Arbeitsbedingungen.
  • Beibehaltung der Förderung von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen auch in Zeiten knapper Kassen.
  • Eine schnelle Lösung der Neuorganisation des SGB II bei Beibehaltung der Hilfen aus einer Hand.

Weitere Informationen

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