« In sechs Jahren schuldenfrei und ein neuer Mensch „Ich will raus aus der Armut …“ »

In Rente und armAltersarmut war in Deutschland bis vor kurzem kein Thema. Doch es gibt immer mehr Rentner, die kaum über die Runden kommen. So wie Werner F. Der 68-Jährige hat vor Jahren seine Familie verlassen, weil er sie nicht mit in den Schuldensumpf hineinziehen wollte. Für ihn bedeutete das den Absturz in die Wohnungslosigkeit. Heute lebt er von einer kleinen Rente und sagt, dass eine wirksame Armutsbekämpfung nur durch eine andere Politik möglich ist.

Abgehauen, abgestürzt und wieder neu angefangen

Mein Name ist Werner F. Seit Juni 2006 lebe ich in Berlin. Ich bin 68 Jahre und lebe getrennt. Getrennt deshalb, weil ich überschuldet bin. Wie man so schön sagt, bin ich abgestürzt. Ich wollte meine Familie nicht in den Schuldenpool hineinziehen, deshalb bin ich von einer Minute auf die andere weggegangen. Ohne Ziel. Ich wusste nicht wohin. Doch dann landete ich in Berlin. Geschlafen habe ich in einer Notübernachtung. Geld hatte ich keines. So verkaufte ich den Straßenfeger, ein Berliner Straßenjournal. Ich beziehe eine Rente, mit der ich mich sehr schwer tue um damit auszukommen.

Um an eine Wohnung zu gelangen, habe ich einzelbetreutes Wohnen in Anspruch genommen. Nach einem Jahr konnte ich die Wohnung übernehmen. Privatinsolvenz habe ich eingeleitet und durchgeführt. Ich bin im dritten Jahr.

Wie komme ich mit der Armut zurecht? Ich muss jeden Cent mehrmals „umdrehen“ und genau überlegen, wie ich das mir zur Verfügung stehende Geld einsetze. So zahle ich zum Beispiel 320 Euro Miete. Das sind mehr als ein Drittel meiner Einkünfte.

Gegen Armut hilft nur eine sozialere Politik

Ich denke, gegen die Armut kann man nicht viel machen. Denn alles ist gesetzlich verankert. Wer in seinem Arbeitsleben viel verdient hat, bezieht eben ein höheres Altersruhegeld. Wenn sich alle Wähler(innen) einig wären und einer sozial ausgerichteten Partei ihr Vertrauen schenken, gäbe es sicherlich die Möglichkeit, das Leben der Armen, der Bedürftigen und ausgegrenzten sowie arbeitslosen Menschen sozialer und gerechter zu gestalten

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1 Kommentar zu “Ich muss jeden Cent mehrmals umdrehen”

  1. Khoa Nguyen sagt:

    Diese Geschichte geht mir nah und macht mich nachdenklich über die politischen Pläne, das Leben der Menschen weiter zu ruinieren. Aktuelle steigen die Verbraucherpreise um angeblich 1,1 Prozent. Wenn man sich die Preisentwicklungen der letzten Jahre vergleicht, kann man diesem Wert nicht ganz zustimmen. Es gibt Möglichkeiten neben der Umschuldung von Verbindlichkeiten (vgl. http://www.umschuldung-kredit.com) die Familie davor zu bewahren, in den Schuldensumpf zu ziehen. Ein Restschuldversicherung könnte ein große Hilfe sein, ist aber mit hohen Beiträgen verbunden.