Die achtjährige Tüley tut sich schwer mit den Hausaufgaben. Kein Wunder, in ihrer Familie wird nur Türkisch gesprochen. Vater und Mutter, aber auch ihre Geschwister sprechen kaum ein deutsches Wort. Jetzt ist das Mädchen in der ersten Klasse und stößt dort nicht nur in den Fächern auf neue und schwierige Inhalte. Die Sprachbarriere ist einer guten schulischen Zukunft im Weg. Doch ich bin überzeugt, dass sie die überspringen kann – wenn Integration gelingt.
Erinnerung an die Hausaufgaben
Es ist gut, dass Tüley regelmäßig in den Caritas-Kindertreff auf der Schönau kommt. Hier unterstützen unsere Mitarbeiter sie und fünf andere Kinder aus sozial schwachen Familien Mannheims bei den Hausaufgaben. Das beginnt ganz banal mit der Erinnerung an die Hausaufgaben und geht damit weiter, dass die Mitarbeiter prüfen, was die Lehrer aufgegeben haben.
Dabei hilft auch die Gruppendynamik und die Kinder machen sich gegenseitig auf noch zu erledigende Aufgaben aufmerksam: So erinnert Anna ihre Freundin Tüley immer wieder an die Mathe-Hausaufgaben. Gemeinsam sitzen sie dann da, erledigen Rechenaufgaben und – was noch wichtiger ist – sprechen und lernen Deutsch.
Sozialer Zusammenhalt und Integration
Im Hintergrund stehen unsere Betreuer parat und helfen, wenn es nicht mehr weiter geht. Zuhause sind die Kinder meist mit den Hausaufgaben auf sich allein gestellt, weil die Eltern keine Lust oder Zeit haben oder aus anderen Gründen nicht in der Lage sind, ihre Kinder zu unterstützen. Deshalb finde ich es sehr wichtig, dass es den Kindertreff auf der Schönau gibt.
Solche Anlaufstellen sollte es in allen Wohngebieten geben, in denen sozial schwache Familien und Menschen aus vielen unterschiedlichen Kulturen leben, da hier ein wesentlicher Beitrag zum sozialen Zusammenhalt und zur Integration geleistet wird. Nur wenn die Kinder schon früh die deutsche Sprache lernen, zusammen mit anderen ihre Schulausbildung vorantreiben und dabei noch gefördert werden, kann Integration in Mannheim gelingen.








