Caritas hilft Pakistanischen Flutopfern mit medizinischer Betreuung. (c) Caritas internationalEine Anruferin in unserer Spender-Betreuung drückte neulich ihre Bedenken aus, etwas für die Flutopfer in Pakistan zu spenden. „Wenn ich die Bilder sehe, möchte ich sofort helfen. Aber es heißt ja immer, dass Pakistan ein korruptes Land ist und man vielleicht damit noch die Taliban finanziert. Wer kann mir garantieren, dass mein Geld wirklich bei den Opfern ankommt?“ Solche Fragen hören wir immer wieder und ich kann die Ängste der Spender voll verstehen. Uns ist bewusst, dass es in manchen Ländern Korruption gibt. Deshalb haben wir Vorsorge getroffen und Wege entwickelt, jeglichen Missbrauch unserer Hilfeleistungen zu vermeiden. Weiterlesen »

Baby wird gefüttert - © Vojtech Vlk - Fotolia.comGestern kamen Hans und Jenny zu Besuch in die Ambulanz. Sie wollten mir ihre fünf Tage alte Tochter Jessica vorstellen. Bis vor einem Monat war der nun stolze Vater noch Patient bei uns und wohnte in einer Sammelunterkunft für Wohnungslose. Inzwischen haben Hans und Jenny ein Zwei-Zimmer-Appartement zugewiesen bekommen und müssen sich langsam „an das Leben zu dritt“ gewöhnen, wie sie sagen. Beim Anblick des Neugeborenen und in Kenntnis der Lebensumstände und Biografien, die beide Elternteile prägen, schießen mir bange Überlegungen und Fragen durch den Kopf. Weiterlesen »

Es gibt immer mehr Menschen, die von Armut betroffen sind. Oft reicht das Geld gerade zum Überleben: „Zum Sterben zu viel, zum Leben zu wenig“, sagen einige Besucher des ökumenischen Mittagstisches im Mannheimer Stadtteil Schönau. Arbeitslosigkeit und die harte Wirtschaftslage lassen die wenigsten aus dieser Lage entkommen. Sicher trägt jeder ein gewisses Maß an Eigenverantwortung für sich und seine Situation. Bei der wachsenden Zahl von Menschen, die so leben müssen drängt sich aber die Frage auf: Gibt es strukturelle und sozialpolitische Gegebenheiten, die diese Entwicklung fördern? Weiterlesen »

Die Zerstörung in Haiti ist enorm. Auch 100 Tage nach dem Erdbeben. (c) Caritas international„Mehr als ein halbes Jahr ist seit dem Erdbeben vergangen – warum ist Haiti immer noch ein Land in Trümmern? Sind nicht genug Spenden da, nicht genug Helfer im Einsatz?“ Solche Fragen bekommen wir von Caritas international in letzter Zeit öfter gestellt. Niemand erwartet einen Wiederaufbau über Nacht. Doch so mancher würde gerne schon das eine oder andere neue Haus in Port-au-Prince oder Léogâne stehen sehen. Wenn ich dann erkläre, dass der Wiederaufbau Jahre dauern wird, sind einige irritiert: „Kann denn ein Haus nicht in sechs Monaten gebaut werden?“ Weiterlesen »

Ich begleite die Klienten an die Tür. Ein junges Pärchen mit einem kleinen Jungen. Auf der Treppe dreht sich die Frau lächelnd um: „Danke, ohne Sie hätten wir das nicht geschafft.“ Ich denke an unsere erste Begegnung. Vor etwa zehn Monaten erzählte sie mir völlig resigniert ihre Geschichte. Ihr Mann hatte versucht der Arbeitslosigkeit zu entkommen, indem er sich selbständig machte. Eine Weile ging es gut. Arbeit gab es ohne Ende, aber zwei, drei unbezahlte Rechnungen von größeren Kunden – und schon wurde aus dem Traum von der eigenen Firma ein Albtraum. Weiterlesen »

sozin Seit wenigen Wochen ist ein neues Webportal online. Es heißt sozin.de und wendet sich an Menschen, die eigene Armutserfahrungen machen mussten beziehungsweise von der Gesellschaft ausgegrenzt wurden. Das Konzept ist einfach und trivial, wurde bisher aber in dieser Art und Weise noch nirgends verwirklicht. Es sieht vor, Informationen über die Arbeit aller organisierten Gruppen und Selbsthilfegruppen zu sammeln, zu bündeln und der Öffentlichkeit und den Betroffenen zugänglich zu machen. Weiterlesen »