Petition gegen Armut
Armut verschwindet auch in Europa nicht von allein. Jeder und jede kann und muss was dagegen tun. Direkt und konkret bei sich um die Ecke. Gleichzeitig sollen Politiker mitbekommen, wie wichtig die Bekämpfung der Armut ist.
Caritas Europa nutzte das europäische Jahr gegen Armut 2010, um bei Politikern diese Ziele einzufordern:
- Beseitigung der Kinderarmut in Europa
- Mindeststandards der sozialen Sicherung für jeden
- Bereitstellung von mehr sozialen und gesundheitsbezogenen Dienstleistungen
- Sicherung guter Arbeitsplätze für alle Menschen
Mehr als 170.000 Europäerinnen und Europäer haben im Jahr 2010 die Petition unterzeichnet. 23.000 allein in Deutschland. Vielen Dank für Ihre Stimme. Die Unterschriften wurden im Dezember der belgischen Ratspräsidentschaft übergeben.
Petition gegen Armut in Europa
Wir, die Menschen in Europa, sind der Meinung, dass Armut alle, jeden einzelnen und jede einzelne angeht. Europäische, nationale, regionale und lokale Entscheidungsträger sind gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern dafür verantwortlich, dass Armut erkannt wird, ihre Ursachen verstanden werden, und etwas gegen sie unternommen wird. In dieser gemeinsamen Bemühung müssen wir uns langfristig zu Solidarität verpflichten und sie – zusammen mit Gerechtigkeit und Allgemeinwohl – als Grundprinzip unserer Gesellschaft anerkennen.
Wir verpflichten uns, unsere Zeit, Fähigkeiten und Energie sowohl im politischen und staatsbürgerlichen als auch im persönlichen Bereich darauf zu verwenden, Armut zu bekämpfen und eine integrative Gesellschaft aufzubauen.
Deswegen fordern wir im Europäischen Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung unsere Entscheidungsträger und Politiker auf, sich für folgende Ziele zu engagieren:
1) Beseitigung der Kinderarmut in Europa
Bis zum Jahr 2015 soll die Anzahl der Kinder, die in Familien unterhalb der Armutsgrenze leben, halbiert werden. Wir empfehlen folgende Maßnahme nachdrücklich: Jedem Kind müssen staatliche Zahlungen gewährleistet werden, ungeachtet des Status seiner Eltern.
2) Sicherung eines Mindeststandards an sozialer Sicherung für jeden
Bis zum Jahr 2015 müssen die Sozialsysteme allen Menschen einen angemessenen Lebensstandard garantieren.
Wir empfehlen folgende Maßnahmen nachdrücklich: Die Gewährleistung von ausreichenden Renten, Hilfen für kranke Menschen und ein angemessenes Mindesteinkommen für Menschen, die nicht über genügend Mittel für ein Leben in Würde verfügen.
3) Bereitstellung von mehr sozialen und gesundheitsbezogenen Dienstleistungen
Bis zum Jahr 2015 muss jeder den gleichen Zugang (in Bezug auf Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit) zu qualitativ hochwertigen Sozial- und Gesundheitsdienstleistungen bekommen.
Dazu empfehlen wir folgende Maßnahmen nachdrücklich: Steigerung der Verfügbarkeit von Sozialwohnungen in Europa um 50 Prozent, Anerkennung und Unterstützung der stationären Pflege als wirksame soziale Dienstleistung.
4) Sicherung guter Arbeitsplätze für alle Menschen
und bis zum Jahr 2015 eine Reduzierung der Arbeitslosigkeit auf unter fünf Prozent.
Dazu empfehlen wir folgende Maßnahmen nachdrücklich: Gewährleistung des gleichen Zugangs zu Berufsausbildung, lebenslangem Lernen und anderen Wegen zur Beschäftigung für alle sowie die Bereitstellung öffentlich geförderter Beschäftigung für diejenigen, die besonderen Schutz benötigen.
In all diesen Bereichen soll ausgegrenzten Gruppen wie Menschen mit Migrationshintergrund, ethnischen Minderheiten, Menschen, die mit HIV/AIDS leben und daran erkrankt sind, sowie Menschen mit Behinderung besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden,
Wir unterstützen alle Menschen, die an der Erreichung dieser Ziele arbeiten.
Für weitere Informationen erreichen Sie das Büro von Caritas Europa telefonisch unter 0032 2 280 02 80 oder per E-Mail an info@caritas-europa.org









