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Armutsgrenze vor dem Brandenburger Tor (c) DCV / Boos22. Juni 2010
Ort: Berlin, Pariser Platz beim Brandenburger Tor
Veranstalter:  Eine gemeinsame Aktion des Deutschen Caritasverbandes und der Nationalen Armutskonferenz  im Rahmen des Europäischen Jahres zur Bekämpfung von Armut und Ausgrenzung.

Armut ist in Deutschland längst kein Randphänomen mehr. Die Aktion der Caritas und der Nationalen Armutskonferenz hat dies anschaulich gemacht. Vor dem Brandenburger Tor errichtete die Caritas die Armutsgrenze und ließ Betroffene zu Wort kommen.

Sie sind überschuldet, haben keine Ausbildung und keine Arbeit oder sie sind alleinerziehend. Nach und nach fallen sie aus dem „normalen Leben“ heraus, werden zu Außenseitern. Die meisten von ihnen wollen das ändern – trotz schlechter Chancen. Dafür brauchen sie Unterstützung von Politik, Gesellschaft und den Menschen um sie herum.

Die Caritas-Aktion zeigte, wie das gelingen kann. Aufeinander zugehen, sich zuhören und versuchen zu verstehen. 200 Menschen, die in Armut leben oder sich gegen deren Ausgrenzung stellen, freuten sich über viele Gespräche mit Passanten. 

Portraits von Menschen, die in Armut leben oder gelebt haben:

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5 Kommentare zu “Ich will raus aus der Armut – Caritas-Aktion in Berlin”

  1. Thomas Becker sagt:

    Lieber Herr Fischler,
    Sie fragen nach der Quelle: In der Zeitschrift “neue caritas” Heft 16/2005, S.32 steht, unter welchen Bedingungen in der Caritas Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden können. Hieraus nur die beiden Punkte, die sie anfragen: Freiwilligkeit und Qualifizierung. “Die Teilnehmer(innen) an Programmen müssen sich frei entscheiden dürfen, ob sie bei der Caritas mitarbeiten. Die Tätigkeit muss auch Qualifizierung beinhalten.” Die Caritas wird Sie also nicht zwingen bei ihr eine Arbeitsgelegenheit anzunehmen. Ob Sie überhaupt einen Zusatzjob annehmen wollen oder gar müssen kann allein in der Vereinbarung mit Ihrem Fallmanager geklärt werden.
    Herzlichen Gruß
    Thomas Becker

  2. Bruno Fischler sagt:

    Lieber Herr Becker,
    sie schreiben: “Caritas-Einrichtungen haben sich selbst dazu verplfichtet diese Arbeitsgelegenheiten nur anzubieten, wenn lanzeitarbeitslose Menschen Wahlfreiheit haben und sich frei dafür eintscheiden, bei der Caritas mitzuarbeiten.”

    1. Geben Sie doch bitte die Quelle dieser Behauptung an.
    Wo steht diese Selbstverpflichtung?

    2. Wie macht die Caritas das dann? Jemand will also nicht freiwillig bei der Caritas arbeiten. Sagt dann die Caritas der Agentur für Arbeit, derjenige sei nicht geeignet?
    Die Caritas schiebt dann also der Agentur für Arbeit einen Grund für die Absage an den “Bewerber” vor? Sagt also der Agentur für Arbeit die Unwahrheit? Oder wie? Ein Deal/Stillhalteabkommen zwischen HarzIV’ler und Caritas.

    3. Ich habe aber keine Wahlfreiheit. Ich kann mich nicht frei gegen das Angebot der Caritas in Dannenberg entscheiden.
    Es erwarten mich Sanktionen von Seiten der Agentur für Arbeit, mit der die Caritas zusammenarbeitet.
    Die Dame von der Caritas in Dannenberg kategorisiert meine Ablehnung dieses 1-Euro Jobs bei der Caritas als undankbar der Gesellschaft gegenüber. Die Gesellschaft die schließlich mein HarzIV bezahlt. Und deshalb, so meint die christliche Dame, wird sie mir bei der Abwendung von Sanktionen auch nicht behilflich sein. Wer nicht arbeiten will, soll auch nicht essen.

    Wollen wir als Gesellschaft also eine Art des Arbeitszwangs?
    Und wollen sich die Wohlfahrtsverbände dafür hergeben?
    Gibt sich die Caritas dafür her? – ja, bis jetzt ja!

    lg
    bruno fischler

  3. Ralf Wünsche sagt:

    Die Aktion ist symbolisch richtig und notwendig. Aber es stellt sich für mich die Frage warum dann alle Wohlfahrtsverbände SGB II ” Betroffene ” entweder in Arbeitsgelegenheiten oder in ausgelagerten Zeitarbeit-
    sunternehmen ” arbeiten ” lässt.
    Während für andere Caritas – Mitarbeiterschaft zur Pfründe ,- und Besitzstandswahrung die Altverträge gelten . Christlich ist dieses nicht ?

    Dann muss man eben teilen lernen von Arbeitszeit bis hin zum Einkommen!

    Wäre dazu eine Mitarbeiterschaft der Caritas tatsächlich bereit ?

    Mit freundlichen Grüssen

    R. Wünsche

  4. thomas becker sagt:

    Lieber Herr Fischer,
    die Caritas hat es sich nicht leicht gemacht, als die Frage aufkam, ob die Caritas solche Stellen anbietet. Caritas-Einrichtungen haben sich selbst dazu verplfichtet diese Arbeitsgelegenheiten nur anzubieten, wenn lanzeitarbeitslose Menschen Wahlfreiheit haben und sich frei dafür eintscheiden, bei der Caritas mitzuarbeiten. Außerdem muss immer eine Qualifizierung mit angeboten werden. Eine Untersuchung zeigte, dass jeder Vierte, der eine Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung bei der Caritas annahm nach den sechs Monaten entweder eine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt gefunden hat oder eine Ausbildung weiterführt oder beginnt. Bitte versuchen Sie vor Ort mit Ihrer Caritas ins Gespräch zu kommen.
    Herzlichen Gruß
    thomas becker, dcv, abteilung sozialpolitik und publizistik

  5. Bruno Fischler sagt:

    Solange die Caritas auf ihr “Angebot” von Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung (1Euro-Jobs) stolz ist, kann ich dieser Aktion nur wenig abgewinnen.
    Die Caritas macht sich zum Erfüllungsgehilfen staatlicher Sanktionen gegen HarzIV’ler. Der Caritas müsste nämlich bekannt sein, dass solche Arbeitsgelegenheiten – resultierend aus der Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit – vom “Leistungsempfänger” ohne Sanktionen und Leistungskürzungen nicht abzulehnen sind. Man könnte auch Zwangsarbeit dazu sagen, wenn man dringend nach einer Bezeichnung sucht. Ich suche aber nicht nach Bezeichnungen. Ich möchte fragen: Warum bringt die Caritas HarzIV’ler in eine solche Situation?
    Arbeitsgelegenheiten müssen doch wohl freiwillig sein?
    Wir wollen doch niemanden in Arbeit zwingen und gleichzeitig noch den Niedriglohnsektor ausweiten?
    Vielleicht sollte sich die Caritas mal Ihre Glaubenssätze vornehmen und die mit einem humanistischem Weltbild abgleichen. Oder zumindest mal die Grundsatzpapiere des Deutschen Gewerkschaftbundes zu der Frage der 1Euro-Jobs studieren.
    lg
    bruno fischler