Im Mannheimer Stadtteil Schönau leben viele Menschen von staatlicher Unterstützung. Für sie zählt jeder Cent – vor allem, wenn sie ihn sparen können. Deshalb nutzen viele das Angebot unserer Kleiderkammer. Hier bekommen sie neue Hosen, Pullover oder T-Shirts, manchmal auch Schulsachen für die Erstklässler. Doch diese Hilfe haben wir zurückgefahren. Aus gutem Grund. Vor zwei Jahren haben wir uns von der Mannheimer Caritas dafür stark gemacht, dass Familien, die von Transferleistungen leben, die Schulausstattung aus den ihnen zur Verfügung gestellten Leistungen bezahlen können müssen. Es darf nicht die Regel sein, dass Kinder auf Spenden angewiesen sind, um mit Heften, Mäppchen und Stiften in die Schule gehen zu können.
Kein Kind darf aufs Abstellgleis gestellt werden
Wenn das nicht funktioniert, schließen wir Kinder von guter Bildung aus und bestimmen damit schon in einem frühen Stadium ihren späteren Lebensweg. Unsere politische Forderung lautet deshalb: Eine gute Schulbildung muss auch Kindern möglich sein, deren Eltern von Transferleistungen leben.
Alte Kleider gibt es kostenlos
Unsere Kleiderkammer ist einen Vormittag in der Woche geöffnet und jeder, der Hilfe sucht und neue Kleider benötigt, kann sich hier kostenlos versorgen. Die Kleider sind Spenden von Menschen, die ihre Schränke aussortieren oder den Haushalt ihres verstorbenen Partners auflösen. Wir sind gut sortiert und so finden die meisten auch etwas, das ihnen gefällt und passt. Trotzdem kann es vorkommen, dass eine Größe oder ein bestimmtes Kleidungsstück nicht da ist.
Undankbarkeit gibt es auch in der Kleiderkammer
Bei manchen Hilfsbedürftigen stößt das auf Unverständnis. Da müssen sich die ehrenamtlichen Helferinnen auch mal unschöne Dinge anhören. Es ist anstrengend, sich mit der Undankbarkeit einiger weniger auseinanderzusetzen. Hier helfen nur Geduld und Erfahrung. Manchen Leuten schieben wir auch einen Riegel vor: Zum Beispiel, wenn sie jede Woche kommen und große Mengen Kleidung mitnehmen wollen. Dann fragen wir nach, was sie konkret benötigen und bieten Alternativen an.








