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Warum um Himmels willen hat die überschuldete Frau K. diese Verträge unterschrieben? Wie blind muss Herr M. gewesen sein, einen solchen Handytarif gewählt zu haben? Was wie unsinniges Konsumverhalten aussieht, erklärt Ökonom und Nobelpreisträger Milton Friedman vereinfacht so: Wenn der Verbraucher wenig über Markt oder Produkt weiß, macht er häufiger ein schlechtes Geschäft. Hätten sich Herr M. und Frau K. also einfach besser informieren müssen?

Die banale Logik schlechter Geschäfte

Ja, das hätten sie. Und sie wären wohl zu dem Schluss gekommen, dass die Unterschrift unter diese Verträge ein Fehler ist. Allerdings erwischt die banale Logik des Nobelpreisträgers vor allem – aber nicht nur – Verbraucher mit geringer Bildung. Es ist eine Frage der Wahrscheinlichkeit. Ihre Chance, ausreichend Informationen zu bekommen, sinkt mit steigernder Komplexität der Produkte. Da tun sich Akademiker wesentlich leichter.

Immer wieder in die gleiche Falle tappen

Bildungsarmut ist an sich bereits ein Nachteil in der Gesellschaft. Wenn es um wirtschaftliche Fragen geht, wird den Menschen allerdings zusätzlich vorgeworfen, ihr Konsumverhalten sei verantwortungslos. Friedmans Analyse bleibt da wissenschaftlich kühl: Ohne eine gute Beratung werden Frau K. und Herr M. immer wieder solche Geschäfte machen. Mir als Schuldnerberater wird so etwas in der Tendenz seltener passieren, wobei ich mich auch gerade über meinen teuren Handytarif ärgere …

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